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ChatGPT im Einkaufs-Test: KI als Shopping-Assistent?

Agentic Commerce wird als revolutionärer Fortschritt im Onlinehandel gefeiert, bei dem KI wie ChatGPT autonom einkaufen soll. Doch wie funktioniert das in der Realität? In einem Selbstversuch haben wir getestet, ob ChatGPT bei der Produktberatung, beim Preisvergleich und bei Kaufempfehlungen wirklich hilft – oder ob es noch Luft nach oben gibt.

Was ist Agentic Commerce?

Agentic Commerce beschreibt den nächsten Evolutionsschritt im E-Commerce, bei dem künstliche Intelligenz nicht nur berät, sondern auch eigenständig handelt. Stellen Sie sich vor, Sie sagen Ihrer KI: „Kauf mir die besten Laufschuhe unter 100 Euro“, und sie erledigt den Rest – von der Recherche bis zum Kauf. ChatGPT, entwickelt von OpenAI, ist ein Vorreiter in diesem Bereich, da es auf umfangreichen Daten trainiert wurde und natürliche Gespräche führen kann.

Diese Technologie verspricht Effizienz und Personalisierung. Statt stundenlang zu surfen, übernimmt die KI die Arbeit. Doch in der Praxis hängt viel von der Qualität der KI ab. Wir wollten wissen, ob ChatGPT bereits so weit ist.

Der Selbstversuch: Produktberatung

Wir starteten mit einer einfachen Anfrage: „Welchen Laptop empfiehlst du für einen Grafikdesigner mit Budget bis 1500 Euro?“ ChatGPT lieferte prompt eine Liste mit Modellen wie dem MacBook Air oder dem Dell XPS, inklusive Vor- und Nachteilen. Es berücksichtigte Aspekte wie Prozessorleistung, Grafikkarte und Bildschirmqualität. Beeindruckend war die personalisierte Beratung: Auf Nachfrage passte es die Empfehlungen an spezifische Bedürfnisse an, etwa mehr Speicher für große Dateien.

Allerdings fehlten aktuelle Preise und Verfügbarkeit. Die KI basiert auf Daten bis 2023, was zu veralteten Infos führte. Dennoch war die Beratung hilfreich für einen Einstieg.

Preisvergleich im Test

Als Nächstes testeten wir den Preisvergleich. „Vergleiche Preise für eine Sony PlayStation 5 bei verschiedenen Händlern.“ ChatGPT nannte gängige Shops wie Amazon, MediaMarkt und Otto, mit geschätzten Preisen. Es warnte vor Aktionen und riet, aktuelle Angebote zu prüfen. Das war nützlich, um einen Überblick zu bekommen.

Probleme traten auf, als wir nach Rabatten fragten. Die KI konnte keine Echtzeit-Daten abrufen und schlug vor, selbst nachzuschauen. Insgesamt half es bei der Orientierung, ersetzte aber keine dedizierten Vergleichsportale.

Kaufempfehlungen und Entscheidungshilfe

Bei Kaufempfehlungen glänzte ChatGPT mit detaillierten Bewertungen. Für eine Kaffeemaschine listete es Modelle auf, bewertete sie nach Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis. Es integrierte sogar Nutzerbewertungen aus seiner Trainingsdatenbank.

Die Empfehlungen waren ausgewogen, aber subjektiv. Manche Vorschläge wirkten generisch, und es fehlte an Tiefe bei Nischenprodukten. Trotzdem unterstützte es die Entscheidungsfindung effektiv.

Wo ChatGPT scheitert

Trotz Stärken gibt es klare Grenzen. Die KI kann keine Echtzeit-Informationen liefern, was bei schwankenden Preisen oder neuen Produkten problematisch ist. Sicherheitsaspekte wie Datenschutz beim autonomen Kaufen werden ignoriert, und es fehlt an Integration mit Zahlungssystemen.

Außerdem kann ChatGPT halluzinieren – falsche Infos erfinden. In unserem Test empfahl es ein nicht existierendes Modell, was Misstrauen schürt. Für komplexe Einkäufe reicht es noch nicht aus.

Fazit

ChatGPT ist ein netter Shopping-Buddy, der berät und vergleicht, aber noch lange kein autonomer Einkaufsroboter. Es hilft beim Brainstorming, scheitert aber an der Realität – wie ein Freund, der tolle Tipps gibt, aber dann doch vergisst, den Geldautomaten zu finden. Bis Agentic Commerce Alltag wird, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als selbst zu klicken. Oder warten wir auf die KI, die uns auch noch den Kaffee kocht?

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