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Chemie-Nobelpreis 2025: Diese bahnbrechenden Materialien holen Wasser aus Wüstenluft

Der Chemie-Nobelpreis 2025 geht an drei Forschende aus Japan, Australien und den USA – ausgezeichnet wurde die Entwicklung von metallorganischen Gerüstverbindungen, kurz MOFs. Diese Materialklasse macht es möglich, Wasser selbst aus extrem trockener Luft zu gewinnen und gilt zugleich als Schlüsseltechnologie für Klimaschutz, Energiespeicherung und Sensorik.

Was sind metallorganische Gerüstverbindungen (MOFs)?

MOFs sind kristalline Netzwerke aus metallischen Knotenpunkten und organischen Linkern. Das Ergebnis ist ein hochporöses, fein abstimmbares Gerüst mit enormer innerer Oberfläche. Durch die gezielte Wahl der Bausteine lassen sich Porengröße, Chemie und Selektivität präzise einstellen – ideal, um bestimmte Moleküle anzulagern, zu trennen oder zu aktivieren.

Wasser aus Wüstenluft: So funktioniert die Gewinnung

Bestimmte MOFs binden Wassermoleküle schon bei sehr geringer Luftfeuchte. In einem einfachen Zyklus wird das Material nachts oder bei niedrigen Temperaturen beladen und gibt das Wasser bei Erwärmung – etwa durch Sonnenlicht – wieder frei. Das kondensierte Wasser kann gesammelt werden. Der Prozess ist potenziell energiearm, modular und skalierbar, wodurch sich autarke Lösungen für trockene Regionen oder Notfallversorgungssysteme realisieren lassen.

Mehr als Wasser: CO2-Abscheidung, Gas-Speicherung und IT-Anwendungen

Neben der Wassergewinnung glänzen MOFs in der CO2-Abscheidung, bei der selektiven Gastrennung (zum Beispiel für Wasserstoffreinheit) und der Speicherung von Energie- oder Prozessgasen. In der IT- und Hardwarewelt eröffnen MOF-basierte Filter und Sensoren neue Optionen für Umwelt- und Luftqualitätsmonitoring, für effizientere Kühl- und Entfeuchtungssysteme in Rechenzentren sowie für smarte, vernetzte Geräte, die präzise auf Feuchte, VOCs oder CO2 reagieren.

Chancen und Herausforderungen

Damit der Durchbruch in der Breite gelingt, müssen Skalierung, Kosten, Stabilität und Recycling gelöst werden. Robustheit gegenüber Staub, wechselnder Feuchte und Temperaturzyklen ist ebenso entscheidend wie standardisierte Fertigung und Lebenszyklus-Analysen. Fortschritte in Synthese, Prozessintegration und Systemdesign deuten jedoch darauf hin, dass MOF-Technologien in den kommenden Jahren rasch an Reife gewinnen.

Der Nobelpreis unterstreicht die wissenschaftliche Tiefe und die praktische Relevanz dieser Materialklasse – von nachhaltiger Wassergewinnung bis hin zu klimafreundlichen Industrien und smarter Sensorik.

Quelle: https://t3n.de/news/chemie-nobelpreis-2025-diese-bahnbrechenden-materialien-holen-wasser-aus-wuestenluft-1711278/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed

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