E-Patientenakte: Warum 28.000 Praxen nicht mitmachen
Befunde, Laborwerte und andere Gesundheitsdaten sind für Versicherte nun digital verfügbar, da medizinische Einrichtungen sie seit einem Monat in die elektronische Patientenakte laden müssen. Doch der Start verläuft holprig – 28.000 Arztpraxen nehmen noch immer nicht teil.
Der Hintergrund der E-Patientenakte
Die elektronische Patientenakte soll den Austausch von Gesundheitsdaten in Deutschland revolutionieren. Seit dem 1. Januar 2023 sind Ärzte und Kliniken verpflichtet, relevante Daten wie Befunde und Laborwerte hochzuladen. Das Ziel ist es, Patienten einen besseren Überblick über ihre medizinische Historie zu geben und die Behandlung zu verbessern.
Probleme beim Start
Trotz der gesetzlichen Vorgabe haben rund 28.000 Arztpraxen die E-Akte noch nicht implementiert. Gründe dafür sind vielfältig: Viele Praxen kämpfen mit technischen Hürden, wie der Integration in bestehende Software-Systeme. Zudem fehlt es an Schulungen für das Personal, was zu Unsicherheiten führt.
Datenschutzbedenken und bürokratische Hürden
Ein weiterer Knackpunkt sind Datenschutzbedenken. Ärzte fürchten, dass sensible Daten nicht ausreichend geschützt sind. Die bürokratischen Anforderungen zur Anbindung an das System sind hoch, und kleine Praxen fühlen sich überfordert. Experten fordern mehr Unterstützung von der Politik, um die Teilnahme zu erleichtern.
Ausblick und Konsequenzen
Die gematik, verantwortlich für die Telematikinfrastruktur, plant weitere Maßnahmen, um die Praxen anzubinden. Ohne vollständige Teilnahme droht jedoch eine Fragmentierung des Systems. Patienten profitieren derzeit nur teilweise von der Digitalisierung.