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Forscher wechselt zu Startup und kritisiert Förderung

Der Robotik-Experte Daniel Leidner verlässt seine Professur, um ein Startup zu gründen, und teilt harte Kritik an der deutschen Gründungsförderung.

Hintergrund des Wechsels

Daniel Leidner, ein renommierter Robotiker beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), hat sich entschieden, seine sichere Position als Professor aufzugeben. Stattdessen wagt er den Sprung in die Startup-Welt. Sein Ziel: Innovative Ideen aus der Forschung in marktfähige Produkte umzusetzen. Leidner war jahrelang in der Entwicklung autonomer Roboter involviert, die in Bereichen wie Raumfahrt und Industrie eingesetzt werden. Nun will er diese Expertise in einem eigenen Unternehmen nutzen.

Probleme mit der Förderung

Leidner berichtet aus eigener Erfahrung, dass die deutsche Gründungsförderung oft zur falschen Zeit kommt. Viele Programme setzen erst ein, wenn eine Idee bereits weit fortgeschritten ist. In der frühen Phase, wo Risiken hoch sind und Experimente notwendig, fehlt es an Unterstützung. Das führt dazu, dass viele vielversprechende Projekte scheitern, bevor sie überhaupt Fahrt aufnehmen.

Kritik an Risikokapitalgebern

Auch die Investoren bekommen ihr Fett weg: Risikokapitalgeber urteilen nach Leidners Ansicht zu früh. Sie fordern oft detaillierte Businesspläne und Prototypen, bevor sie investieren. Dabei überschätzen sie die Marktrelevanz von Forschungsideen. Leidner schätzt, dass rund 90 Prozent der Ideen aus der Wissenschaft markttechnisch irrelevant sind – ein Fakt, der Investoren abschreckt, aber durch bessere Förderung geändert werden könnte.

Notwendige Änderungen

Um die Gründungsszene in Deutschland zu stärken, fordert Leidner grundlegende Reformen. Förderungen sollten früher greifen, etwa durch Seed-Finanzierungen für risikoreiche Ideen. Zudem plädiert er für eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Investoren. Schulungen für Wissenschaftler in marktorientiertem Denken könnten helfen, die Lücke zwischen Labor und Markt zu schließen. Nur so könne Deutschland im internationalen Wettbewerb mithalten.

Fazit

Wenn deutsche Forscher wie Leidner ihre Professuren für Startups opfern müssen, um etwas zu bewegen, dann ist unsere Gründungsförderung wohl so innovativ wie ein Faxgerät in der Cloud-Ära – Zeit für einen Neustart, bevor alle Ideen im Bürokratie-Sumpf versinken!

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