Innovation im Alltag: Drei Tipps für Teams
In der dynamischen Welt der IT und modernen Unternehmen kämpfen Teams oft mit der Balance zwischen täglicher Routine und bahnbrechender Innovation.
Keynote-Speaker Christian Schwedler, ein Experte für Organisationsentwicklung, hat in einem kürzlichen Interview mit t3n seine Einsichten geteilt. Er betont das Konzept der Ambidextrie, das Teams ermöglicht, sowohl effizient im Tagesgeschäft zu agieren als auch kreativ neue Pfade zu erkunden. Ambidextrie bedeutet hier die Fähigkeit, mit beiden Händen zu arbeiten – metaphorisch gesprochen: eine Hand für die sichere Routine, die andere für risikoreiche Innovationen.
Was ist Ambidextrie genau?
Ambidextrie ist ein Konzept aus der Managementtheorie, das Unternehmen hilft, exploitation und exploration zu balancieren. Exploitation steht für die Optimierung bestehender Prozesse, also das fehlerfreie Erledigen des Alltagsgeschäfts. Exploration hingegen beinhaltet das Erkunden neuer Ideen, Technologien und Märkte, was oft mit Unsicherheit einhergeht. Schwedler erklärt, dass viele Teams scheitern, weil sie entweder zu sehr in der Routine feststecken oder chaotisch innovieren, ohne Grundlage. Er schlägt vor, Ambidextrie als strategischen Ansatz zu etablieren, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Tipp 1: Strukturen schaffen für Dualität
Der erste Tipp von Schwedler zielt auf die Schaffung dedizierter Strukturen ab. Teams sollten klare Rollen definieren: Ein Teil des Teams konzentriert sich auf die stabile Ausführung von Aufgaben, während ein anderer Teil Zeit für Experimente bekommt. Zum Beispiel könnte ein IT-Team wöchentliche Sprints für Routineaufgaben haben und separate Innovationstage, an denen neue Tools wie KI-Algorithmen getestet werden. Wichtig ist, dass diese Strukturen nicht starr sind, sondern flexibel angepasst werden können, um Motivation hochzuhalten.
Tipp 2: Kultur der Fehlerakzeptanz fördern
Im zweiten Tipp betont Schwedler die Notwendigkeit einer Kultur, die Fehler als Lernchance sieht. In der Routine muss Fehlerfreiheit Priorität haben, aber bei innovativen Projekten sollte Mut belohnt werden. Er empfiehlt, regelmäßige Feedback-Runden einzuführen, in denen Misserfolge analysiert werden, ohne Schuldzuweisungen. Für IT-Teams bedeutet das, Prototypen schnell zu bauen und zu testen, wie bei Agile-Methoden üblich. Schwedler gibt das Beispiel eines Softwareentwicklers, der durch erlaubte Fehlschläge zu einer bahnbrechenden App-Idee kam.
Tipp 3: Führungskräfte als Brückenbauer
Der dritte Tipp richtet sich an Führungskräfte: Sie müssen als Brückenbauer agieren, um die beiden Welten zu verbinden. Das umfasst die Ressourcenzuteilung, Konfliktlösung und die Förderung von Wissensaustausch. Schwedler schlägt vor, Cross-Functional-Meetings zu organisieren, in denen Routine-Experten und Innovatoren Ideen teilen. In der IT-Branche könnte das bedeuten, dass ein Projektmanager sowohl stabile Serverwartung als auch Cloud-Migrationen koordiniert, um Synergien zu schaffen.
Fazit
Am Ende des Tages ist Ambidextrie wie der Versuch, mit einer Hand zu jonglieren und mit der anderen Kaffee zu kochen – chaotisch, aber machbar, solange niemand den Ball fallen lässt. Wenn Teams Schwedlers Tipps befolgen, könnten sie vielleicht sogar beides meistern, ohne dass der Chef ausrastet. Oder sie enden als wandelnde Koffein-Jongleure – innovativ, aber total übermüdet.